• Friedhof St. George´s, Bermuda

Nicht alles aus dem ...

… Tagebuch kann sich im WowiWe sehen lassen

Sonntag, 1. März 2020

Pünktlich nach einem ruhigen Flug in St. Maarten angekommen. Nach der etwas unangenehmen Prozedur bei der Einwanderungsbehörde auf Tortola Weiterfahrt mit dem Taxi nach Soper's Hole. nach einem kleinen Fußmarsch eine interessante Bar mit LIVEMUSIC und Tanz. Sofortiges Karibik-Feeling. Ich bestelle mir gleich zwei Bier ..

Hello again dear Eye of the Wind – Sailors,

the following info has reached us from Soper's Hole - the Eye of the Wind will be anchored in Soper's Hole. The crew will welcome you ashore and take you to the ship by dinghy.

Please be at the meeting point on Sunday 1st of March around 6:30 pm. Here is a link with the exact coordinates for the exact meeting point with the crew - just click here: 18°23'06.3"N 64°42'04.8"W

If you have any questions please let me know.

Das Schlauchboot ist unterwegs über die Bucht … Lea ist die erste Matrosin meines Lebens. Mit einer Hand nimmt sie meinen 23-Kilo-Seesack und wuchtet ihn in das Gummiboot. Natürlich weiß ich nicht was und lasse mich von der Bardame beraten. Sie empfiehlt einen Painkiller der Kategorie 2. Es bleibt nicht beim einem … Gegen 23:00 Uhr sind wir anschließend über den doch längeren Seeweg in ziemlich dunkler Nacht bei der "Alten Dame" angekommen. Begrüßung, Gepäck an Bord, Koje, Essen steht noch in der Gally, … , schlafen.

Montag, 9. März

💃🌹🌞.

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll ... : Samstag und Sonntag ständiger Wind mit 6 bis 8 Stärke, zunächst S, dann SW, später leider nicht immer aus der passenden Richtung.

Die Wolken ☁️ sind einzigartig. Es entstehen richtige Figuren mit Augen, Mund und Nase, ... dann zerreißt es alles. Unbeschreiblich viele Regenbogen, alle unglaublich breit, einer sogar als kleiner Halbbogen. Kein Foto wg. Sturm, das Tablet geht dann nicht. Drei weitere Schiffe, zwei Frachter und ein großes Kreuzfahrerschiff Richtung Karibik gesehen.

Dann viele Geräusche während der Nacht: Pianoakkorde, Saxophone, Oboe, zwei Gesangstimmen ... und dann natürlich auch die der Wassertanks oder das Gluckern des Grauwassers. ... und natürlich Metallgeräusche, schwer und schlagend ...

Die Crew fantastisch und bewundernswert: Johann, Däne, gestern kurz vor 23.00 Uhr in die Masten in 28 m Höhe: Segel losbinden, damit wir sie festziehen können. Endlich kam dann auch Wind auf. Während des Sturmes nur ein vorderes Besan und zwei kleine am Vordermast. Heute fast Vollbesegelung. So ich muss aufhören... scheint sich was zu tun … 

Nur eine kleine Aktion, die Brassen etwas schärfen, damit der Winddruck das Schiff schneller macht.

Samstagnacht habe ich mir den Maschinenraum zeigen lassen ...

Soooo, jetzt haben wir alle Segel wieder gequert, weil der Wind gedreht hat. Und ich werde mich wieder eincremen. Die Arme hatte ich zu Beginn der Woche vergessen ... 🌝. Nicht schlimm. Meinen schönen Pulli habe ich an wg. der Arme. Natürlich schon mit einem kleinen rötlichen Dings an einer sichtbaren Vorderseite versehen.

Kleidung: ich muss noch schauen ob ich meine Mütze finde für die doch kalten Nächte, den Anorak mit Innenfutter habe ich auch schon zwei Abende gut verwenden können.

Zum Mittagessen gab es heute gefüllte Nudeln, die ich mit Ketchup verfeinerte. Nicht dass das notwendig gewesen wäre.

Dienstag, 10. März, etwa 50 Meilen vor Bermuda.

Am Montag haben wir uns nur zwei (2!) Meilen/Stunde Richtung N bewegt. Die Maschine musste anlaufen und das ist immer unangenehm wg. Rollen und der der Schläge von vorne. Ich hatte keine Wache, lag in der Koje und dachte mir gegen 17:30 Uhr was los sei: Maschine Stopp, zwei Anläufe, NiXX. Ein Fischernetz. Fabian meinte, ein richtig Schweres war in die Schraube geraten. Bei meiner Wache 20 bis 24 (und immer versetzt acht bis zwölf) wurde versucht, das Netz mit einem kleinen Anker hochzuziehen um es wenigstens Stück für Stück zu zerschneiden, weil es eine ganz schön lange Schleppe bildet. Mit einem kleinen Lastenaufzug gelang das auch ein wenig, aber das Netz riss. Heute wird Megan tauchen und das Netz zerschneiden. Ohne Schraube dürfen wir nicht in acht Stunden in die Nähe der Einfahrtspassage von St. George´s … und dann auch nur mit einem Lotsen in den Hafen. 

13.00 Uhr das Schiff steht. Segel alle quer, damit Megan ihren Tauchgang erfolgreich an einer gespannten Sicherheitsleine erledigen kann.

17:30 Uhr: Gelandet und festgemacht, die ersten Zwitscherlinge gehört. Die Roald Amundsen und die Thor Heyerdahl liegen ebenfalls hier mit SchülerInnen aus EUROPA.

Mittwoch,11. März 2020, in der Stadt gegen 11.00 Uhr

Es ist ein andere WELT hier, total ruhig, vielleicht ein bisschen wie ein lebendiges Museum, very british, many rules, alles gekennzeichnet und geregelt, nichts wird dem Zufall überlassen ...

Am Morgen, ein Offizier zum Schiff, small talk, ein Schiff wird vermisst, die "Foreigner" oder so ähnlich. Dann das Geschäft, wer ist da, wer geht, wie lange... . Das gleiche gestern Abend: zwei Officer der Einwanderungsbehörde fragen: "Jemals hier? Was möchten Sie hier machen?" .... usw. Lächeln, Stempel. Jetzt habe ich schon zwei. Im Schiff wird gerade geräumt. Eine Engländerin kam schon an Bord. Abschied von den anderen Passagieren. Vielleicht sieht man sich. Mein Kabinenmitfahrer Maschek musste sich schon früh verabschieden: über NY nach Amsterdam und dann nach Polen zurück. "Wir schreiben uns mal", sagte er noch beim Abschied.

12. März, Donnerstagmittag:

Ich sitze gerade im Weißen Ross ... ich war heute Vormittag in Hamilton, ca. 20 km entfernt und eine Stunde Busfahrt durch eine unglaubliche Insel. "Paradies" ist wohl der richtige Ausdruck. Ich dachte immer sie sei viel kleiner, nur der ehemalige Krater ist wohl noch viel größer, immer wieder Buchten in Postkartenfarben. Und das Klima ist nicht so schwül wie auf den BVI, wo es einem schier den Atem nahm. Ganz klare Luft, so richtig gesund zum Atmen. Und alles ist total grün mit Bananenstauden und Palmen 🌴 und Buchten, die vom Bus aus nur schön anzusehen war. Ich "musste" nach Hamilton um mir eine seefeste LANGE Hose anzuschaffen. Unten pfeift der Wind immer so durch während der Nacht. Natürlich war es ganz einfach einen Marine-Ausrüstershop zu finden ... neben fünf Rolex-Geschäften in der Mainstreet. Ich habe mich dann so durchgefragt und dann nach einer handschriftlichen Zeichnung endlich neben einem LOBSTER-Tempel das Geschäft zu finden. "SRY, we haved moved" ... nachgefragt, mehrere Meilen .... also Taxi, ... erste Frage, "You are ill?", weil ich geschwitzt hatte. Hände desinfizieren .... Im Geschäft alles 😀, junger Mann, kompetent, hilfsbereit, freundlich ... Atlantik-Hosen haben SIE nicht, es sei immer warm bei IHNEN, Mütze auch nicht .... usw. Aber ich habe eine hochseefähige "Windhose". ... Taxi zurück zum zentralen Busbahnhof, alles super organisiert, auch was die Sicherheit anbelangt. So ...

Momentan vor mir Spatzen am und Enten im Wasser, windig trotz Sonne. Ich habe mir einen EyeoftheWind-Kapuzenpulli übergezogen. Nachtisch wird gerade serviert ...

Freitag, 13. März, letzter Tag St. George

Bald geht es los: gestern Abend kamen die neuen Gäste. Zuerst dachte ich schon, ein Amerikaner käme in meine Kabine. Aber er hatte die Einzelkabine belegt. Ich bekam als Kabinennachbar einen sehr sympathischen Niederländer, wir hatten sofort Kontakt. Die weiteren Passagiere: zwei Innsbrucker, zwei Schweizer - traf ich bereits gestern vor dem "Weißen Ross" -, ein Zahnarzt und ein Oberbayer.

Ich muss noch von der Bar schreiben, wo ich am Mittwochabend leider nur bis zum "englischen Sendeschluss" saß. ... Alfred, ein gebürtiger Ulmer, führt die Bar, das Restaurant und den Straßenbereich davor, wo die Raucher ihre Stehtische haben. Wunderbares Steak gegessen, richtige Stampfkartoffeln, zwei Bier, glaube ich ..., und hinterher viele ausgezeichnete Cocktails 🍸, ..., alles 😀 für mich und keinen Tequila getrunken, alles mit Rum, glaube ich. Es war eine richtige Show ... Seine Frau von hier stellte er als sein SCHWARZwaldmädl vor ... ich habe mich blendend unterhalten und ich solle ihm doch schreiben. Und allen anderen Gästen hat er seine Landsleute vorgestellt ... auch mit Extradrinks.

Einschub: Als ich am ersten Morgen auf Bermuda 🇧🇲 aufstand, habe ich eine schon ältere Dame getroffen, die mit Angsthund "Amber" Gassi ging. Smalltalk usw. Ich fragte sie schließlich, wo man denn ein gutes Steak essen könne. Sie nannte mir eben diese Lokalität, die von einem Deutschen geführt würde. Ich traf diese Lady wieder bei einem Stadtrundgang zufällig in der Kirche St. Peters, Eintritt zwei Dollars, wo sie Aufsicht führte und mir dann den Dachstuhl und den Sklavenfriedhof erklärte. Sie sagte mir beim GoodBye, sie hätte meinen Abendbesuch im Steaklokal angekündigt. So einfach ist es das hier. Und Alfred erinnerte sich gleich. So, liebes Tagebuch, es wird gleich zum Frühstück bimmeln … und wer weiß, welche Wache ich Samstagnacht erwische.