Gründonnerstag, 9. April

Seit Samstag ist viel passiert, nähern uns England󠁧󠁢󠁥󠁮󠁧󠁿. Wg. Sturm und nahezu perfekten Winden für das Schiff geht es mit zeitweise 9 Knoten vorwärts, so dass wir manchmal 160 Meilen pro Tag schaffen. Heute scheint auch mal wieder ein wenig die Sonne über dem ansonsten sehr dunstigen Atlantik. Ob wir in England richtig anlegen dürfen, wusste Fabian zu Mittag noch nicht. Aber vielleicht gibt es wenigstens Orangenmarmelade, die auf den Azoren nicht zur Verfügung stand.

Auf dem Schiff wurden die Wachen neu eingeteilt und die Essenszubereiter. Die Köchin muss zwar zuteilen, aber wir können selber kochen. Das wirklich beste Team mit dem meisten Applaus: Christian und ich natürlich. Vor allem die natürliche Zubereitung ohne englische Kunstgewürze hat es vor allem Fabian angetan. Und das wirklich Beste war anscheinend mein „Wild“-Ragout 💫💫💫. Wobei wir nicht wussten welches Tier es war. Das sind so die kleinen Freuden. Auch der Mannschaft schmecktdas "German Meal".

Heute würde es bei uns Zuhause sicherlich etwas Grünes geben und morgen am Karfreitag einen tollen Fisch und am Sonntag Osterbraten.

Wir haben erfahren, dass die Grenzen offener sind, dass es Züge geben soll?

Von daher kommt am Dienstag wahrscheinlich zuerst England und die paar Tage zu den NL schaffen wir auch.

So, ich lege mich jetzt schlafen, Zähne geputzt...

Morgenpost:

Ich habe mir schon ausgemalt, was ich die einzelnen Tage zuerst essen möchte, wie schnell ich mich wieder an normales schönes Leben gewöhnen werde, ob wir wieder ein schönes Frühstück mit Sekt auf der Terrasse machen und ob dann auch die Vögel im Garten herumtoben.

Nachtrag 19:00 🕖: Allen hat unser Chili 🌶 con Carne geschmeckt. Jetzt bleiben alle länger sitzen. Wetter bleibt ohne Sturm, allerdings wird der Nebel zunehmen, keine Sterne 🤩 ⭐️ 🌟. Fahren wieder mit Motor, Ziel, wenn alles so bleibt, in dreieinhalb Tagen erreicht. Wir fahren mit wenig Abweichung zwischen Grundfahrt und Distanz: 10 % nur.

Morgen, Freitag, Fisch vielleicht... ohne Alkohol.

Keine Wache heute Nacht ... niXX los mit Wind und Wellen.

Karfreitag, 10. April

Heute Morgen ein bleierner Atlantik: kaum Wind, kein Kräuseln, lange Dünung, Blick bis zum Horizont, wenig Helles nur auf einer Seite. Fahren mit Maschine bei geringen Rollbewegungen. Frühstück heute ohne Wurst, dafür mit ausreichend Käse.

Für das Abendessen Fisch nur als Flavour, das werden wieder nur 50 Gramm pro Person sein.

Nach Wache ... es gab nicht mehr Fisch. Ein Kilo. Meine Butter-Senf-Soße fand Anklang mit den auf den Punkt gekochten Kartoffeln 🥔.

Wenn wir weiterhin 120 Meilen schaffen, sind wir Montagnacht in Falmouth. Was uns dort erwartet, weiß auch Fabian nicht. ... aber alle freuen sich schon und ich bin gespannt, wie so eine englische Hafenstadt beschaffen ist.

Karsamstag, 11. April

Die ersten Küstenvögel seit heute Morgen gesichtet, zunächst einzelne und im Laufe der Wache immer mehr. Warmes wohlschmeckendes Mittagessen, Gemüsesuppe nach Schweizer Art mit Nudeln und getrockneten Tomaten. Drei Teller, endlich Suppe. Am Nachmittag fast alle draußen am Sonnendeck, gemeinsam alle Segel runter, ging wahnsinnig schnell, clean Deck, fertig. Reden, ratschen, ... und den unglaublichen  Atlantik bewundern: nach den drei Tagen Dunst und Nebel nicht wieder zu erkennen: tiefes BLAU! Allerdings ist die Luft ziemlich kalt.

Maat Megan hat ziemliche Rückenschmerzen, sagte der Kapitän, seit ein paar Tagen kann sie nicht aufstehen.

Momentan nur noch 200 Meilen von Falmouth entfernt, könnte dann doch Montagmorgen erreichbar sein. Wir befahren zur Zeit die Celtic-Sea und die sog. "Kleine Sandbank" des Festlandsockels. Also abrupt von 2000 Metern Tiefe auf 200. Bis jetzt merkt man NiXX an den Wellen ... Was nicht mehr zu sehen ist, sind die Flugfische ... Dafür zwei Orkas in diesem Gebiet weit draußen und die die kleinen Delphine, einer mit riesigen Sätzen aus dem Wasser Richtung Bug.

Ostersonntag,12. April

Leider gibt es keinen anständigen Osterbraten, das Fleisch ist noch nicht aufgetaut.

Das Wetter hat sich geändert und wir fahren schon einen anderen Kurs. Durch den Ärmelkanal fegt  ein Sturm, gegen den wir nicht ankämen. Wir ankern vor der französischen Küste in einer geschützten Bucht und warten auf bessere Zeiten. Ich bin ein wenig erkältet; wohl zu lange ohne Mütze auf Deck.